Keine Standard-Schweine-keine Ausbeutung von Arbeitenden! Sondern glückliche Ferkel auf Stroh und auf der Weide und tarifliche Bindung für Arbeitende in der Fleischverarbeitung!

Schweinefleisch überlebenswichtig?

…oder warum sind industrielle Schlachthöfe systemrelevant?

Laut TopAgrar online, veröffentlicht bereits am 21.03.2020 gehören „…die Schlachthöfe zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ und sind damit systemrelevant für die Versorgung der Bevölkerung. Auch beim Warenverkehr von Tieren und tierischen Produkten soll es laut Bundesregierung keine Einschränkungen geben.“

Das vor dem Hintergrund, dass Fleisch- und Wurstwaren trotz Corona auch in lokalen, vor Ort schlachtenden Landfleischereien und Hofmetzgereien erhältlich ist.

Problem für die überregionale Fleischindustrie wie Westfleich, Tönnies, Wiesenhof u.s.w. ist eher, dass während der Schließung des Schlachtbetriebs die Schweine in den Mastställen zu groß werden und nicht mehr den standardisierten EU-Handelsklassen entsprechen. Damit wird die internationale Vermarktung schwieriger und natürlich ist die laufende Kostendeckung nicht möglich.

Dabei hätte man die Schließung für eine Neuausrichtung der Arbeitsbedingungen und des Tierwohls nutzen können. Denn expandierenden Corona-Infektionen in den Schlachthöfen sind ein Strukturelles Problem, sagt u.a. Arbeitsforscher Stefan Sell.

Es ist die Verkettung von Weltmarktöffnung für Urprodukte, die Weichen-oder-Wachstum-Beratung für erzeugende Betriebe und daraus resultierende Preisnehmer-Mentalität der bäuerlichen Betriebe sowie der Existenznöte osteuropäischer Bevölkerungsteile und vor allem der politische Einfluss der Fleischindustriellen.

Ein Kommentar von Wiebke Mohrmann

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